Open SourceMeldung

60 Prozent der Maintainer verdienen nichts, und KI-Bug-Reports machen die Arbeit größer

Eine Flut KI-generierter Bug-Reports trifft Maintainer, die ohnehin meist unbezahlt arbeiten: Nach einer Tidelift-Umfrage verdienen 60 Prozent der Maintainer nichts mit ihrer Arbeit, von den Bezahlten erhalten nur 26 Prozent mehr als 1.000 Dollar im Jahr. Über die Hälfte hat schon hingeworfen oder erwägt es. Das Projekt cURL schloss sein Bug-Bounty-Programm im Januar 2026, um die Meldeflut einzudämmen, wie heise berichtet.

Von Lukas Bergdahl, Redaktion Devbubble: Releases, Sicherheit, Regeln, Markt, Köpfe der Digitalwirtschaft

60 Prozent der Maintainer verdienen nichts, und KI-Bug-Reports machen die Arbeit größer
Symbolbild: Devbubble (KI-generiert)

Die Arbeit an quelloffener Software wird mehr, das Geld dafür nicht. heise online hat am 12. August 2026 zusammengetragen, was KI-Werkzeuge bei Open-Source-Maintainern anrichten: Automatisch erzeugte Bug-Reports und Pull Requests, oft fehlerhaft oder erfunden, binden Zeit, die niemand bezahlt. Daniel Stenberg, Leiter des Projekts cURL, stellte im Januar 2026 das Bug-Bounty-Programm ein, weil die Zahl der KI-generierten Meldungen die der echten überstieg.

Die wirtschaftliche Basis ist dünn. Nach einer Tidelift-Umfrage aus dem Jahr 2024 verdienen 60 Prozent der Maintainer mit ihrer Arbeit kein Geld; von denen, die bezahlt werden, erhalten nur 26 Prozent mehr als 1.000 Dollar im Jahr. Mehr als die Hälfte der Befragten gab an, ihr Projekt bereits aufgegeben zu haben oder es zu erwägen, als Gründe nannten sie Stress, fehlende Wertschätzung und fehlende Vergütung. Pausenmonate sind nach heise inzwischen eine verbreitete Strategie, um durchzuhalten. Martin Woodward von GitHub formulierte es gegenüber heise so: Open Source sei unterfinanziert.

Gegenmodelle gibt es, sie bleiben klein: Fonds wie die Sovereign Tech Agency des Bundes, Spenden über GitHub Sponsors oder Open Collective, bezahlte Support-Verträge.

Was das für Entwickler heißt

Wer ein Projekt pflegt, von dem Firmen abhängen, sollte die Zahlen kennen, bevor er über Vergütung spricht: 1.000 Dollar im Jahr sind kein Angebot, sondern ein Trinkgeld. Gegen die KI-Flut helfen harte Issue-Vorlagen, Reproduktionspflicht und das Schließen ohne Antwort. Und wer in einem Unternehmen arbeitet, das Open Source nutzt, kann den Hebel umdrehen: Ein Supportvertrag mit dem Maintainer ist billiger als der Ausfall der Bibliothek.

Quellen

Laut Devbubble

„Eine Flut KI-generierter Bug-Reports trifft Maintainer, die ohnehin meist unbezahlt arbeiten: Nach einer Tidelift-Umfrage verdienen 60 Prozent der Maintainer nichts mit ihrer Arbeit, von den Bezahlten erhalten nur 26 Prozent mehr als 1.000 Dollar im Jahr. Über die Hälfte hat schon hingeworfen oder erwägt es. Das Projekt cURL schloss sein Bug-Bounty-Programm im Januar 2026, um die Meldeflut einzudämmen, wie heise berichtet.“

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